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B1  ·  Über die Zukunft sprechen

Welche Zukunftsform wann?

die Entscheidung in einer Tabelle

Fünf Formen, eine einzige Frage: Wer hat das entschieden — und wann?

Alle Zukunftsformen des Englischen lassen sich über zwei Fragen auseinanderhalten. Erstens: Wann fiel die Entscheidung — jetzt beim Sprechen oder vorher? Zweitens: Wer hat sie getroffen — ich, wir gemeinsam, oder niemand, weil es ein Fahrplan ist?

Genau in dieser Reihenfolge kommt man an fast jedem Satz zur richtigen Form, ohne eine Liste von Signalwörtern auswendig zu können.

Die Form

jetzt entschiedenwill — I will get it.
vorher entschiedengoing to — We are going to move.
mit anderen verabredetVerlaufsform — I am meeting her at six.
im FahrplanSimple Present — The train leaves at six.
läuft dann geradewill be -ing — I will be working.
bis dahin fertigwill have + 3. Stamm — I will have finished.

Die Regeln im Einzelnen

  1. Vorhersage aus Anzeichen: going to. Vorhersage aus Meinung: will.

    It is going to rain. — I think it will rain.Es fängt gleich an zu regnen. — Ich glaube, es regnet.

  2. Angebot, Versprechen, spontaner Entschluss: immer will.

    I will carry that for you.Ich trage das für Sie.

  3. Je fester der Termin, desto eher Verlaufsform oder Simple Present.

    The train leaves at six and I am taking it.Der Zug fährt um sechs, und ich nehme ihn.

Genauer hingesehen

Oft sind mehrere Formen richtig

Die Zukunftsformen sind kein System mit sauberen Fächern. Für viele Sätze sind zwei oder drei davon möglich, und die Wahl entscheidet nicht über richtig und falsch, sondern über den Ton.

I will see her tomorrow, I am seeing her tomorrow und I am going to see her tomorrow sind alle drei gute Sätze. Der erste sagt am wenigsten über die Verabredung, der zweite am meisten.

Ausnahmen und Sonderfälle (2)
  • es ein Angebot ist

    geht nur will und keine der anderen Formen.

    I will hold the door for you.Ich halte Ihnen die Tür auf.

    Ein Angebot entsteht im Augenblick des Sprechens — genau das kann going to nicht.

  • ein amerikanischer Sprecher etwas anbietet

    steht will, wo britisches Englisch shall nehmen könnte.

    Should I open the window?Soll ich das Fenster aufmachen?

    Shall I open the window? ist britisch und nicht falsch — nur klingt es für viele altmodisch.

Woran man es erkennt

  • Look! / Listen! → going to
  • I think / probably → will
  • a fixed appointment → present continuous
  • a timetable → simple present

Beispielsätze

The phone is ringing. — I will answer it.Das Telefon klingelt. — Ich gehe ran.

We are going to paint the kitchen this summer.Diesen Sommer streichen wir die Küche.

I am having lunch with Peter tomorrow.Ich esse morgen mit Peter zu Mittag.

The last bus goes at 23.10.Der letzte Bus fährt um 23.10 Uhr.

Noch 5 Beispielsätze

I will help you — I have just decided.Ich helfe dir — ich habe es gerade beschlossen.

I am going to look for a new job.Ich werde mir eine neue Stelle suchen.

We are meeting them at eight.Wir treffen sie um acht.

The train leaves at 6.40.Der Zug fährt um 6.40 Uhr.

It is going to snow — look at the sky.Es wird schneien — sieh dir den Himmel an.

Besonderheiten (2)
  • Vier Formen, eine Frage: Wie fest steht es?

    Fahrplan → Simple Present. Verabredet → Verlaufsform. Geplant → going to. Gerade entschieden oder bloß vermutet → will. Wer die Reihe von fest nach lose liest, muss sich keine vier Regeln merken, sondern eine Skala.

    The train leaves at six; we are catching it; I am going to buy the tickets; I will call you from the station.Der Zug fährt um sechs; wir nehmen ihn; ich kaufe die Karten; ich rufe dich vom Bahnhof an.

  • Falsch ist selten, unpassend oft

    Die meisten dieser Sätze wären auch mit will verständlich. Der Unterschied ist nicht richtig oder falsch, sondern wie sicher etwas klingt — und das merkt ein Muttersprachler sofort.

    I am seeing the doctor at four.Ich habe um vier einen Arzttermin.

Die typisch deutsche Falle

Aufgepasst

Der häufigste Fehler ist nicht eine falsche Form, sondern immer dieselbe: will für alles. Damit klingt jeder Plan wie ein Einfall, jeder Termin wie eine Vermutung, und aus einer gebuchten Reise wird eine vage Absicht.

Falsch:Next summer we will go to Norway — we booked it in January.
Richtig:Next summer we are going to Norway — we booked it in January.

Erst fragen: wann entschieden? Dann: von wem?

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